Unsere Pressemeldungen (Archiv 2014)

1. Carsharing-Auto im Unterallgäu
Am 27.11.2014 um 16.00 h, Am Waaghaus, wird der Türkheimer Bürgermeister Sebastian Seemüller die erste Fahrt mit einem Carsharing-Auto im Landkreis Unterallgäu durchführen, es ist ein nagelneuer Toyota. Begleitet wird Herr Seemüller, der sich sehr eingesetzt hat für die Etablierung von Carsharing in Türkheim, von der Initiatorin Agnes Sell. Am Biomarkt in Türkheim steht ein Informationsstand des Vereins Carsharing Kaufbeuren e.V., es gibt ein Glas Sekt zur Feier des Tages, Luftballons, Wasserbälle und gute Gespräche.

 

 

 

Nutzerbefragung zum 30.09.2014
Am 13.01.2013 wurde der Verein Carsharing Kaufbeuren e.V. gegründet. Jetzt, gut eineinhalb Jahre später, wollten wir uns anschauen, was bisher geschehen ist. Nach dem Aufbau des Vereins konnten wir drei Autos an drei Standplätzen in Kaufbeuren mit 20 Nutzergemeinschaften und 53 Fahrberechtigten aktivieren.

Wir haben unsere NutzerInnen befragt, wie sie die Nutzung von Carsharing-Autos, das organisatorische Drumherum, das Vereinsleben und die Öffentlichkeitsarbeit einschätzen. Teilgenommen an der Befragung haben 19 Nutzergemeinschaften (das sind Familien, Haushaltsgemeinschaften oder juristische Personen).

Die überwiegende Mehrheit ist sehr zufrieden mit der Verfügbarkeit der Autos, dem technischen Zustand, der Sauberkeit unserer Fahrzeuge, der Zuverlässigkeit und der Handhabung der Buchungen, Form und Inhalt der Abrechnung, der Führung und der Organisation des Vereins, der Präsenz und Darstellung des Vereins nach Außen und der internen Kommunikation und Information der Vereinsmitglieder.

Nur eine unserer NutzerInnen ist mit der Verfügbarkeit der Autos weniger zufrieden und 3 NutzerInnen sind weniger zufrieden mit der Entfernung zu den Stellplätzen.

Die Hälfte der Befragten nutzen die Carsharing-Autos als einziges Auto, die andere Hälfte als Zweitauto. Die meisten nutzen die Autos nur gelegentlich, die anderen regelmäßig und häufig.

Wiederum die Hälfte der Befragten würden mit einem eigenen Auto mehr fahren, ein Viertel deutlich mehr und nur ein Viertel genauso viel.

Die meisten unserer NutzerInnen sind Carsharer geworden wegen des Umweltschutzes, knapp danach folgt der Grund der Kostenersparnis.

Noch ist die Auslastung der Autos sehr niedrig. Je mehr NutzerInnen sich uns anschließen, desto mehr Autos können an unterschiedlichen Standplätzen stehen.

Zitate unserer NutzerInnen:
­­­Sehr gute Informationen, schnelle Antworten, genaue Kenntnisse zu allen  wichtigen Fragen, freundliche und nette Mitglieder.

  • Ganz liebe und engagierte Mitglieder + Vorstände.
  • Durchweg positiv
  • Läuft alles reibungslos
  • Für uns passt es so ganz gut
  • Nur gut, es war nur einmal das Auto besetzt, auch kurzfristige Buchung möglich.
  • Das sehr große persönliche Engagement des gesamten Vorstandes ist super. Danke!!
  • Unkomplizierte Aufnahme und Betreuung im Verein, interessanter Vereinsabend.
  • Passt alles! Danke.
  • Weiter so !!!!
  • Weiter so! …. und irgendwann einmal ein großes Auto 
  • wurde in den Verein sehr herzlich, schnell und unkompliziert aufgenommen und gut informiert
  • Der Verein möge gedeihen - Vergrößerung der „Flotte“.

Als Zusammenfassung nehmen wir das Zitat einer Nutzerin:

„Ich wünsche mir ein weiteres Anwachsen der Carsharing-Benutzer, was natürlich mit dem Angebot der Standorte der Fahrzeuge verknüpft ist. Da das Angebot wiederum mit der Anzahl der Nutzer verknüpft ist, beißt sich „die Katze in den Schwanz“. Wir erzählen allen die wir kennen unsere positiven Erfahrungen weiter.“

Die Nutzerin sieht klar, worauf es jetzt in der Startphase des Carsharing ankommt: je mehr NutzerInnen wir haben, desto eher können wir das nächste Auto kaufen. Und den Standplatz dieses neuen Autos wählen wir danach aus, wo die meisten NutzerInnen wohnen. Dann nimmt die Entfernung zu den Standplätzen ab, die Verfügbarkeit der Autos erhöht sich.

Wir möchten gerne noch auf eine Studie aus der Schweiz hinweisen, wonach jede aktive Carsharing-NutzerIn durch ihr Verkehrsverhalten der Umwelt ca. 300 kg CO2 im Jahr erspart. Das wäre dann also im letzten Jahr 15.900 kg CO2-Ausstoß weniger in Kaufbeuren durch unsere NutzerInnen. Wir, die Carsharer in Kaufbeuren, sind zwar noch ein klitzekleiner Verein, aber doch gar nicht schlecht, oder?

 

 

Nachhaltige Mobilität –
Kaufbeuren ist gut aufgestellt

Der Verein Carsharing Kaufbeuren e.V. lud ein – und die Oberbürgermeister-KandidatInnen Catrin Riedel und Stefan Bosse kamen.

Übereinstimmend waren alle Anwesenden der Meinung, dass der Öffentliche Personennahverkehr die Bedürfnisse der Fahrgäste in Kaufbeuren weitgehend erfüllt. Der Versuch, einen Kinobus zu aktivieren, ist zwar gescheitert, weil die KinobesucherInnen ihn nicht angenommen hatten, dafür gibt es den Rufbus. Oberbürgermeister Bosse berichtete, dass sich die Einschätzung der Verkehrsexperten wandeln würde, so habe man früher auf Bushaltestellen als Buchten gesetzt, während jetzt Kaps als die für Fahrgäste sicherere Möglichkeit gilt. Dadurch sind die Busse pünktlicher, dafür müssen Autofahrer länger warten. Was Nachhaltigkeit in der Mobilität angeht, ist der Vorrang des Öffentlichen Personennahverkehrs zu bevorzugen.

Stefan Bosse legt auch großen Wert darauf, Fahrradwege so sicher wie möglich zu machen. Auch hier geht die Tendenz dahin, die Wege auf die Autostraßen zu verlegen und zu markieren, weil dies für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher ist und so sicherer für Radfahrer.

Catrin Riedl wies darauf hin, dass in Neugablonz markierte Radwege so gut wie überall fehlen.

Ein Teilnehmer begrüßte die Abschaffung des Grünen Pfeils, weil er sich als Fahrradfahrer dadurch weniger gefährdet sieht. 

Den barrierefreien Umbau des Bahnhofs wünschten sich alle Anwesenden sehr, allerdings tauchten Zweifel auf, ob sich die Bahn von ein paar Tausend Unterschriften beeinflussen lassen wird.

Kontrovers diskutiert wurde die Parksituation in der Innenstadt. Teilnehmer verwiesen auf die Verfolgung von Parksündern in früheren Zeiten, was dazu geführt hatte, dass Menschen aus dem Umland nach Kempten zum Einkaufen gefahren sind. Stefan Bosse hat hier eine Lockerung erreicht und ist mit der gegenwärtigen Situation weitgehend zufrieden. Catrin Riedl allerdings ist der Meinung, dass viel zu viel Parksuchverkehr in der Innenstadt herrscht, viele würden nur zum „Posen“, also zum Gesehenwerden mit lautstarker Beschallung, herumfahren.

Beide KandidatInnen sahen in Carsharing eine gute Möglichkeit der nachhaltigen Mobilität. Stefan Bosse berichtete, dass in der Stadtverwaltung derzeit diskutiert würde, ob nicht bei Belastungsspitzen der Fahrzeugflotte der Stadt ein Carsharing-Auto genutzt werden könnte, das dann in der Rathausgarage stehen würde. Am Abend und am Wochenende würde es dann von Carsharing-NutzerInnen gefahren. Eine höhere Auslastung der Fahrzeuge ist immer im Sinne von nachhaltiger Mobilität.

Es war ein hochvergnüglicher Abend – ohne Moderation – mit interessanten Positionen zur Mobilität der Stadt und einer lebendigen, äußerst konstruktiven Streitkultur der beiden OB-KandidatInnen.

(10.03.2014)

 

 

Mitgliederversammlung 2014

Am 20.01.2014 fand die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins statt. Es fanden Nachwahlen statt, der neue Vorstand sieht folgendermaßen aus:

1. Vorsitzende                                   Ruth Weismann
2. Vorsitzender                                  Schorsch Popp
3. Vorsitzende                                   Dr. Angelika Pfeifer-Wachter
Beisitzerin                                         Daniela Bekaan
Beisitzer                                            Dr. Thomas Petri

Carsharing Kaufbeuren e.V. ist ein neuer Verein in Kaufbeuren. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Kaufbeuren und Umgebung Carsharing, also das Teilen von Autos anzubieten. Inzwischen fahren drei Autos für den Verein durch Kaufbeuren, darunter ein Elektroauto. Die Mitglieder können diese Autos buchen und nutzen.

Carsharing lohnt sich für Menschen, die selten oder unregelmäßig ein Auto brauchen, als Zweitwarenersatz und für kleine mittelständische Unternehmen, Verwaltungen, Freiberufler und Vereine. Carsharing ist kostengünstig, laut Stiftung Warentest kann man mehr als € 1.000,00 im Jahr sparen, Carsharing ist bequem, die Mitglieder kümmern sich nicht ums Tanken, um die Wartung, Reparaturen, Reifenwechsel, Steuer oder den TÜV, das alles regelt der Verein.

Carsharing ist eine flexible Lösung für flexible Menschen. Es spart Geld und Parkplatzsorgen. Carsharing ist auch eine Antwort auf den Klimawandel und die zunehmende Ölknappheit.

 

 

Elektromobilität – pro und kontra 

Der Verein Carsharing Kaufbeuren e.V. hat beim ersten Themenabend in diesem Herbst spannende Diskussionen mit interessierten Teilnehmern erlebt. „Über die Zukunft der Mobilität entscheiden nicht du oder ich, aber wir können uns mit diesem Thema auseinandersetzen und eine eigene Meinung bilden“, sagte Hartmut Meier, der lebendig über seine jahrelangen Erfahrungen mit E-mobilen bei VWEW berichtete.

Ein Hauptargument der Politik für die Elektromobilität ist der Klimaschutz. Ein Elektromobil fährt ohne Emissionen, trotzdem ist es nur so klimaschonend wie der Strom, den es verbraucht. Die Klimabilanz fällt in Frankreich (der Strom kommt zu großen Teilen aus Kernkraftwerken) besser aus als in China (dort stammt er aus Kohlekraftwerken). Auch in Deutschland wird Strom hauptsächlich in Kernkraft- und Kohlekraftwerken hergestellt mit einer schlechten Co2-Bilanz. Hartmut Meier hielt jedoch entgegen, dass jeden Monat mehr erneuerbare Energieanlagen an das Stromnetz angeschlossen werden als alle E-Fahrzeuge an Leistung benötigen. E-Fahrzeuge seien ein Baustein zum intelligenten Stromnetz von morgen.

Ein Teilnehmer des Kreises überlegte, ob er sich nicht ein E-mobil kaufen solle, ihn schreckte aber der hohe Preis, denn noch ist ein E-mobil dreimal teurer in der Anschaffung als ein Benziner. Dazu komme, dass die Reichweite niedrig sei, oft auch nicht berechenbar, z.B. wenn die Heizung oder die Klimaanlage an sei. Hartmut Meier konnte aber Mut machen: die Kaufpreise von E-Fahrzeugen seien rückläufig, und die Restreichweite werde immer angezeigt, so dass es keine bösen Überraschungen geben könne. Dafür fahren E-Autos, umgerechnet auf den km, deutlich wirtschaftlicher als Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Eine weitere Frage waren die wenigen Ladestationen deutschlandweit, aber dieses Argument ließ der Fachmann nicht gelten. In Deutschland stehen den 5.960 E-Autos ca. 2.821 E-Tankstellen gegenüber. Außerdem gebe es in Deutschlang mehr als 100 Millionen Steckdosen.

Dass die Batterie der Pferdefuß der Elektromobilität ist, darüber waren sich die Anwesenden einig. Da sich jedoch in den letzten Jahren die Reichweite und die Lebensdauer der Batterien deutlich verbessert habe, ist Hoffnung angesagt. Es gibt derzeit bereits E-Fahrzeuge mit einer Reichweite von bis zu 500 km ohne nachtanken. Oft werden auch Autos angeboten, bei denen man die Batterie nur mietet.

Einigen konnten sich die Diskutanten auf die Position des VCD (Verkehrsclub Deutschland): „Doch für alle elektromobilen Fahrzeuge sieht der VCD nur dann eine Zukunft, wenn der Strom, um sie zu betreiben, regenerativ erzeugt wird. Unter der Voraussetzung, dass der Strom aus zusätzlicher erneuerbarer Energie gewonnen wird, sind Elektromotoren effizient und verursachen wenig Schadstoffe.

Im Rahmen eines neuen Mobilitätskonzeptes sieht der VCD die Zukunft des Elektroautos mittelfristig in Carsharing-Flotten. So ist das Fahrzeug optimal ausgelastet und seine hohen Anschaffungskosten sind relativiert. Kürzere Wege legt man dann zu Fuß und mit dem Rad zurück, es gibt einen entwickelten öffentlichen Personennahverkehr, weitere Strecken werden mit der Bahn zurückgelegt. An Bahnhöfen und anderen Knotenpunkten gibt es Leihstationen für (Elektro-) Fahrräder, Elektroautos und energieeffiziente Hybridautos. Insgesamt sind viel weniger Pkw zugelassen als heute − aber das einzelne Auto ist viel mehr unterwegs als heute und dadurch effizienter.)“

Zurück blieb bei der Gruppe ein Gefühl von Aufbruchstimmung und Zukunftsorientierung, manch eine oder einer überlegte sich den Beitritt zum Carsharing-Verein. (11.10.2013)

 

 

Vereinsgründung am 15.01.2013 in Kaufbeuren

14 höchst interessierte Menschen kamen zusammen, um den Verein Carsharing Kaufbeuren zu gründen. Sie unterschrieben die vordiskutierte Satzung, die jetzt über den Notar dem Registergericht vorgelegt wird.

Mitglieder des neuen Vereins sind:
Friedl, Dorothea, Kaufbeuren
Jonas, Richard, Kaufbeuren
Lerch, Maria, Mauerstetten
Meyer, Eva, Kaufbeuren
Nißl, Otto, Kaufbeuren
Dr. Panzkus, Gunnar, Kaufbeuren
Dr. Petri, Monika, Irsee
Dr. Petri, Thomas, Irsee
Dr. Pfeifer-Wachter, Angelika, Kaufbeuren
Schäffler, Johanna, Irsee
Schmid, Bruno, Biessenhofen
Sirch, Martin, Kaufbeuren
VanSelow, Susanne, Kaufbeuren
Weismann, Ruth, Kaufbeuren

In geheimer Abstimmung wurden in den Vorstand gewählt:

 

1. VorsitzendeRuth Weismann
2. VorsitzenderMartin Sirch
3. VorsitzendeDr. Angelika Pfeifer-Wachter
Beisitzer:Eva Meyer
Dr. Thomas Petri
Kassenprüferin:Johanna Schäffler

Die Mitgliederversammlung legte die Mitgliedsbeiträge fest:

 

Einzelmitglied€ 24,00
Haushalte/Familien€ 35,00
Jusistische Personen€ 35,00

Sodann wurden die Nutzungsordnung des Vereins, die Tarife und Gebühren, sowie der Überlassungsvertrag verabschiedet. Der Verein wird Mitglied im Bundesverband Carsharing. 

Am Tag der Vereinsgründung erschien – ganz passend - in der Allgäuer Zeitung der Artikel „Die Zukunft der Mobilität“. Eine Studie stellt ein Zukunftsszenario für das Jahr 2030 vor: In zwanzig Jahren wird das Auto seine Bedeutung als Statusobjekt verloren haben. Die Menschen werden mehr Wahlfreiheit erwarten, zunehmend auf Bus, Bahn, Carsharing und Mitfahrgelegenheiten setzen. Die verschiedenen Verkehrsmittel werden die Menschen der Zukunft im Internet buchen.

Wir, die Mitglieder des Vereins Carsharing Kaufbeuren, sind also auf dem richtigen Weg.

Bericht über das Treffen mit dem Geschäftsführer des Bundesverband CarSharing

Herrn Willi Loose, am 12.12.12 im Café Seichter

Am 13.12.12 tagt ein Workshop der Bayrischen Klimaallianz im Kloster Irsee. Der Bundesverband CarSharing ist Mitglied in dieser Klimaallianz. Herr Willi Loose, der Geschäftsführer des Bundesverbandes nimmt teil. 

Sobald der Verein „Carsharing Kaufbeuren“ gegründet ist (am 15.01.2013), werden wir Mitglied im Bundesverband CarSharing. Wir (Dr. Angelika Pfeifer-Wachter, Eva Meyer, Johanna Schäffler, Ruth Weismann, Martin Sirch) haben die Gelegenheit genutzt, uns mit Herrn Loose zu treffen und uns von ihm beraten zu lassen.

Herr Loose berichtete von einer Untersuchung im Jahre 2011, die ergab, dass durch Carsharing in den Großstädten die Haushalte, die Nutzer sind, autofrei wurden, in den Kleinstädten wurde zumindest ein Auto abgeschafft. Diese Untersuchung bestätigt die  These des Bundesverbandes CarSharing, dass Carsharing Städte und Klima entlastet. Dazu kommt, dass jedes Carsharing-Fahrzeug mindestens 4 – 8 Privatwagen ersetzt. Die Entlastung vom Parkdruck kommt allen Verkehrsteilnehmern zugute. Auch die Kostentransparenz der Carsharing-Fahrten gegenüber dem Privatauto vermindert Fahrleistungen. Nicht zuletzt verändert Carsharing auch das Verkehrsverhalten. 

Herr Loose ermutigte die Carsharing-Initiative Kaufbeuren, den Verein zu gründen und mit den ersten zwei Autos Carsharing zu beginnen.  

Wichtig ist aus Sicht des Bundesverbandes die Zusammenarbeit mit der örtlichen Kommune, klappt dies, wird der Carsharing-Verein unterstützt, so ist das die halbe Miete. Auch andere Kooperationen sind nötig und sinnvoll, z.B. mit karitativen Einrichtungen.

Neue Nutzer gewinnt man über Mundpropaganda. Auch die Verteilung von Flyern in konzentrischen Kreisen um die Stationen sind sinnvoll. Man sollte eine Schnuppermöglichkeit vorhalten. 

Die Einlagen dürfen nicht verbraucht werden, man muss den Wertverlust der Autos berücksichtigen, buchungstechnisch müssen Gegenwerte für die Einlagen da sein. 

Entscheidend wichtig ist eine Einführung der Nutzer in die Idee des Carsharing und mit den Fahrzeugen. Die Altersstruktur der Carsharer: von 30 Jahren bis 60 Jahren. Man macht interessanterweise die Erfahrung, dass die Leute pfleglicher mit den Autos des Vereins umgehen, als mit dem eigenen.  

Nach dem Gespräch mit Herrn Loose hatten wir den Eindruck, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Bericht über die Veranstaltung am 07.12.12

Gashaus Weinhalde
Herr und Frau Zimmermann berichten über
Ökomobil Pfaffenwinkel

Am 8. Dezember um 19.30 Uhr trafen sich die Interessenten am Carsharing Kaufbeuren im Gasthof Weinhalde. Herr und Frau Zimmermann vom Ökomobil Pfaffenwinkel e.V. gaben an diesem Abend Auskunft über ihre Erfahrungen beim Carsharing in ihrem Verein, den sie mit viel Engagement in den Gemeinden Weilheim, Schongau, Bernried, Seeshaupt, Penzberg und Peiting aufgebaut haben.

Zunächst zählte Herr Zimmermann auf, für wen Carsharing nicht geeignet sei, nämlich für Autofahrer mit mehr als 10 000 Fahrkilometern pro Jahr, für Pendler und für Leute, die schlecht schlafen, wenn das Auto nicht vor ihrer Türe steht!

Die Vereinsgründung Ökomobil Pfaffenwinkel e.V. fand im Jahr 2000 statt, davor gab es ein Jahr Vorarbeit und eine öffentliche Veranstaltung mit 30 Leuten. Man hat sich damals an dem Verein aus München orientiert. Danach fing man klein an mit einem Privatauto, einem Passat. Zu Beginn sei es nicht so toll gelaufen. Darauf müsse man sich einstellen. Aber nach einem Jahr konnte sich der Verein doch einen Opel Astra für 6000 € kaufen, der an seinem Standort außerhalb von Weilheim mit einem Tresor (Kosten 200 €) gesichert war. Inzwischen verfügt der Verein über 17 Autos, die z.T. geleast, aber auch gekauft wurden. 

Werbung von Nutzern lief über Mundpropaganda, nicht über die Presse. 

Herr Zimmermann rät dazu, die Tarife am Anfang nicht zu niedrig anzusetzen. Man komme leicht in die roten Zahlen.

Bei ihnen werden keine „Fahrtenbücher“ geführt, die im Auto gelassen werden, sondern es werden „Fahrtberichte“, also einzelne Blätter ausgefüllt und in den Briefkasten unterhalb des Tresors eingeworfen. Diese werden 1-3x pro Woche durchgesehen.

Es komme immer wieder vor, das die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit eingehe. Diese müsse dann abgewickelt werden, d.h. der Fahrer muss ermittelt werden.

Die Vor- und Nachteile einer Buchung per Telefon und einer Internet-Buchung wurden diskutiert. Dem Ehepaar Zimmermann ist der Kundenkontakt, der bei Telefonbuchung gegeben ist, sehr wichtig.

Für die Nutzer gibt es eine Altersbeschränkung: 23 Jahre.

Die Pflege und der Check der Autos (alle 4-6 Wochen) findet gegen Bezahlung statt, nicht gegen Freikilometer. Auch die Besitzer/Überlasser haben nichts damit zu tun. Es geht dabei um Flüssigkeitskontrollen (Motorenöl, Scheibenwischflüssigkeit, Benzin), Hupe und Licht, aber auch Kleinigkeiten wie Besen und Eiskratzer. Die genaue Checkliste können wir haben.

Mit den Autohändlern sei keine Zusammenarbeit zustande gekommen mit einer Ausnahme, der Automarke Fiat.

Die Zusammenarbeit mit den Kommunen sei sehr unterschiedlich, teilweise fanden sie große Unterstützung (Penzberg), dann aber wurden sie auch ausgebremst, z.B. als man in Murnau die Tresorsäule in ein Gebüsch verpflanzte, das im Sommer geschnitten werden muss, damit man rankann – im Winter ist sie zugedeckt durch Schnee. 

Die Bildung von Rücklagen ist wichtig für Steuer, Versicherung, Werkstatt.

Inzwischen legen die Fahrzeuge vom Ökomobil Pfaffenwinkel ca. 15 000 km/a zurück.

Bei Dieselfahrzeugen ist die Steuer zu hoch, sie würden sich nicht tragen.

Sehr gut angenommen wird ein Cabrio, was man gar nicht glauben sollte, denn Carsharer seien doch vernünftige Leute. 

Gut ist die Kooperation mit einer Firma oder einer Verwaltung, deren Fahrzeuge am Abend genutzt werden können.

50 € muss „als Strafe“ bezahlen, wer einen Schaden nicht meldet.

Der Tarif für viele Stunden mit wenig Kilometern sei für den Verein wirtschaftlich problematisch.

Zum Schluss wurde deutlich, wie viel ehrenamtliche Arbeit Herr und Frau Zimmermann für „ihren“ Verein leisten, dass es Überlegungen gibt, wie der Verein auch ohne die beiden weiterlaufen könnte. 

Der Abend war sehr informativ, wir konnten alle unsere praktischen Fragen los werden, es war lustig und entspannt.

Eva Meyer

Bericht über den Vortrag von Klaus Breindl,

Klaus Breindl, Vaterstettener Auto-Teiler
23.11.12 im Generationenhaus

Der Verein „Carsharing Kaufbeuren“, der im Januar 2013 gegründet werden soll, bemüht sich darum, eine Öffentlichkeit für die Idee des Carsharings in Kaufbeuren herzustellen. Die Vaterstettener Auto-Teiler haben eine 20jährige Erfahrung und sind Vorbild für neue Carsharing-Vereine und unterstützen diese in ihrem Aufbau.

Der Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren, Stefan Bosse, begrüßte die Teilnehmer  der Veranstaltung und sagte, dass die Kommune Interesse habe am Carsharing und sich in der Pflicht sehe, den Aufbau des Vereins zu unterstützen. Darüber hinaus wolle auch Stefan Bosse persönlich den Verein nach seinen Möglichkeiten unterstützen. Sobald der Verein gegründet sei, wolle man mögliche Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommune und dem Verein prüfen.

Klaus Breindl referierte sehr interessant und aufschlussreich über die Geschichte des Carsharing, das ursprünglich (1987) aus der Schweiz stammt. 1989 gab es das erste Carsharing in Berlin, 1992 wurde der Vaterstettener Auto-Teiler e.V. gegründet.

Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen, Verkehr ist realisierte Mobilität. Eine hohe oder gute Mobilität ist gegeben, wenn es mehrere gute Möglichkeiten gibt, dieses Grundbedürfnis, sich zu bewegen, umzusetzen. 

Mobilität und Verkehr lassen sich nicht voneinander trennen, Verkehr kann aber auch die Kehrseite der Mobilität sein mit Lärm, Abgasen, Feinstaub, Flächenverbrauch, Landschaftszerstörung, Unfällen und dergleichen mehr. 

Die Lösung ist 

  • vermeiden von Verkehr durch Ortsplanung, Arbeitsorganisation und persönlicher Organisation,
  • verlagern über Erhöhung des Radfahrer- und Fußgängeranteils, die Erhöhung des ÖPNV-Anteils und die Verlagerung von Gütertransporten auf Schiene, Wasser, und eine
  • Erhöhung der Effizienz z.B. durch das 3-Liter-Auto oder das Elektroauto. 

Carsharing ist die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen. Die Carsharing-Anbieter gestalten ihre Dienstleistung als integrierten Baustein im Umweltverbund (Bahn, Bus, Fahrrad, Zu-Fuß-Gehen). Carsharing ergänzt den öffentlichen Verkehr, entlastet Umwelt und das Verkehrssystem. 

Die Verbraucherzentrale wirbt für Carsharing, weil es umweltfreundlich, kostengünstig, bequem und einfach sei. 

Carsharing funktioniert umso besser, je mehr mitmachen, es ersetzt das eigene Auto und ermöglicht, immer das „passende“ Auto (Kleinwagen, Limousine, Kombi, Bus oder Transporter) zu fahren, oder es ersetzt das Zweitauto.

Carsharer erkennen die vollen Autokosten immer, weil sie in jeden Kilometerpreis eingerechnet sind. Beim eigenen Auto sieht man nur die Benzinkosten, dabei machen die nur einen Teil der Kosten aus, die Fixkosten, Steuer, Versicherung, Wertverlust verdrängen die meisten PKW-Besitzer. Das ist auch ein Grund, weshalb Carsharer- Vereine ihre Kosten trotz steigender Benzinkosten über lange Jahre stabil halten können.

Weil ein Vergleich der Kosten zwischen anderen Verkehrsmitteln und dem Autofahren durch das Carsharing möglich ist, steigt die Attraktivität anderer Verkehrsmittel, z.B. ÖPNV oder Bahn. Dadurch sinken auch die im Jahr gefahrenen Kilometer (z.B. von 9.000 km auf 3.000 km bei einer Münchener Studie). 

Im Durchschnitt wird ein Auto in Deutschland weniger als eine! Stunde am Tag gefahren. Die durchschnittliche jährliche Fahrleistung aller PKW in Deutschland beträgt 12.600 km (Statistisches Bundesamt für 2006), das sind 34,5 km am Tag!

Jedes Carsharing-Auto ersetzt  4 – 8 Privat-PKW.  Jedes nicht produzierte Auto reduziert den Rohstoff-, Wasser- und Energieverbrauch. Weniger Autos bedeutet aber auch weniger parkende Autos. Und das bei einer höheren Mobilität.

Nutzen statt besitzen!

Wir machen Carsharing für uns selbst: Umwelt, die Gemeinschaft, Solidarität, alle Autos des Vereins gehören uns allen. 

Der Aufbau eines Carsharing-Vereins ist schwer. Ab drei Autos, die ausgelastet sind, läuft Carsharing rund, vorher ist es sehr mühsam. Sich umzustellen auf Carsharing bedeutet eine geistige Anstrengung. Die Pioniere des Carsharing haben eine höhere Ausbildung und ein höheres Einkommen als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Jeder Anfang ist schwer, der Aufbau einer Carsharing-Organisation ist besonders schwer. Anfangs sind besonders hohe Kosten, der Aufbau der Organisation kostet Geld, weil man weniger Autos hat, ist die Auslastung nicht optimal. Das Henne-Ei-Problem. 

Richard Jonas * Ruth Weismann

 

 

Bericht über das erste Treffen der carsharing-Interessenten

am 18.10.2012 im Gasthaus Weinhalde

Beim ersten Treffen der Menschen, die sich für einen carsharing Verein in Kaufbeuren interessieren, kamen 20 Menschen, neun weitere haben sich entschuldigen lassen. Ruth Weismann begrüßte die Anwesenden und ging auf die Segnungen und Belastungen des Autofahrens ein, einerseits schätzen die Menschen die Freiheit, sich einfach ins Auto zu setzen und schnell mal einen Liter Milch zu holen, oder auf dem Land zu wohnen und in der Stadt zu arbeiten, andererseits weiß man schon, dass das Autofahren die schlimmste Umweltverschmutzungsursache weltweit ist, das viele – auch krebserregende – Schadstoffe freisetzt und so die Luftqualität beeinflusst, Lärm verursacht, die Innenstädte zuparkt und außerdem sehr teuer ist. 

Ein optimaler Kompromiss sei das carsharing führte Ruth Weismann aus, denn es sei gesund, weil man sich mehr bewege, es sei bequem, weil man nicht in die Werkstatt müsse, nicht Reifen wechseln, sich nicht mit TÜV und Versicherung rumärgern müsse. Außerdem sei es wirtschaftlich. Wenn man weniger als 10.000 km im Jahr fahre, könne man € 1.000,00 im Jahr sparen, das habe das Münchner Umwelt-Institut ausgerechnet, denn das teuerste am Auto sei nicht das Fahren sondern der Besitz, ein PKW stehe durchschnittlich 23 Stunden am Tag bloß rum. Laut ADAC koste der Kilometer für ein kleines und mittleres Fahrzeug 50 – 80 Cent, bei den carsharing-Anbietern seien es 35 – 45 Cent. Da carsharing-Fahrzeuge feste Stellplätze hätten, gäbe es auch keinen Parkplatzärger, die zugeparkten Straßen dieser Stadt könnten so wieder Luft bekommen. Da 8 Nutzer sich im Durchschnitt ein Fahrzeug teilten, gäbe es auch weniger Lärm und es verringere sich auch die Schadstoffbelastung der Umwelt. Die Nutzer seien flexibel, einerseits könnten sie alle Autos des Vereins nutzen, vom kleinen Stadtflitzer bis zur Familienkutsche oder dem Lieferwagen, andererseits benützten sie für Langstrecken den Zug oder das Flugzeug, in der Stadt den Bus oder das Fahrrad. 

Sie kenne kein Argument gegen carsharing, außer dem, dass man umdenken müsse, dass man sich umstellen müsse, dass man seine Mobilität planen müsse und das sei nicht leicht. Deshalb begrüße sie die Anwesenden als die fortschrittlichsten Menschen dieser Stadt in Sachen Mobilität, denn sie würden es sich zutrauen, sich umzustellen, neue Wege zu gehen oder .... zu fahren.

Die Anwesenden stellten sich vor und berichteten von ihren Erwartungen an das carsharing. Es waren auch Mitglieder des Arbeitskreises Verkehr (Agenda 21) da. Die Leute, die jetzt schon auf das Auto verzichten, erzählten, dass sie gerne für den Abend oder das Wochenende ein Auto hätten, eine Mutter aus Oberbeuren berichtete, dass ihre Kinder ihr Auto nützten, für sie sei dann keins mehr da.  Alle waren höchst motiviert, viele jedoch schwankend, ob sie es sich zutrauen wollen, sich von ihrem fahrbaren Untersatz auch wirklich zu trennen.

Der noch zu gründende Verein soll auch bereits eine Spende von der VR-Bank Kaufbeuren-Ostallgäu (€ 250,00) bekommen, wenn er beim Registergericht eingetragen ist.

Man entschied sich, eine größere Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit zu planen, an der Klaus Breindl vom Vaterstettener Auto-Teiler e.V. über ihre 20jährigen Erfahrungen berichtet und in Kleingruppen über die Satzung, die Nutzungsordnung, die Tarife, das Buchungs- und Abrechnungssystem zu diskutieren. Richard Jonas übernahm es, ein Logo zu entwickeln und sich um eine Homepage zu kümmern. Es war eine Freude und Aufbruchstimmung spürbar.